Große, aber auch kleine Sauereien...
Bienen, tote 6. Juni 2014 An vielen Stellen in der Feldgemarkung findet man tote Bienen. Das hat wohl mit dem vermehrten Einsatz von Chemie-Cocktails durch Landwirte zu tun, die hier, oft ohne Wissen der Grundstückseigentümer, und ohne viel Kontrolle die Feldgemarkung querbeet mit allem bebauen und besprühen, was sich gerade lohnt. Im Moment sind Pflanzen "in", die zur Biospriterzeugung genutzt werden, darunter Mais, gelegentlich Hirse, und sogar Kartoffeln. Und auch bei manchem Getreidefeld weiß man nicht, ob die Ernte irgendwann beim Bäcker landen wird, oder in der Tankstelle. Und wenn's sowieso nicht gegessen, sondern auf der Autobahn verbraten wird, so denken wohl manche, dann braucht man es auch mit dem Giftsprühen nicht so genau zu nehmen: Immer feste druff! Die Stadt Mörfelden-Walldorf hat seit April ein Bienenhotel. Es stammt von Künstlern aus der Partnerstadt Wageningen und steht auf dem Verkehrskreisel am Schlichter. Es scheint eine Fehlplanung zu sein. Wenn man trotz staatstragender Grünen-Partei der Giftspritzerei da draußen nicht Herr wird, sollte man vielleicht besser ein Bienen-Krankenhaus oder gleich einen Bienenfriedhof bauen. Geht's noch? 3. April 2014: An der B44 zwischen "Im  Steingrund" und der Autobahnbrücke sind Waldarbeiten im Gang. Ein 3-Meter-Streifen östlich der Bundesstraße wurde gerodet, hunderte Bäume wurden gefällt (und lagen tagelang quer so nahe an der weißen Seitenlinie, dass man nur hoffen konnte, daß niemand des Nachts mal auf den Straßenrand ausweichen musste). Was ist's
diesmal? Kiesgrube? Intercity-Strecke? Vierspurige Erweiterung der B44? Verkehrssicherungsmaßnahmen von HessenForst? Weit gefehlt: Hier wird ein Radweg gebaut. Und der soll einmal bis nach Mörfelden führen - breit wie eine Autobahnausfahrt, und immer an der B44 entlang. Ein Sägen für die Umwelt. Ja, geht's noch?  In diesem Gebiet gibt es ein gutes Dutzend schöner Wald- und Feldwege, auf denen man von Walldorf nach Mörfelden (und anderswohin) radeln kann, ohne einem einzigen Auto zu begegnen. Man könnte ein paar davon ein bißchen befestigen und ordentlich ausschildern, damit auch Ortsunkundige sich nicht verradeln. Aber nein - das geht nicht. Es scheint ein Gesetz zu geben, dass ein Radweg immer an einer vielbefahrenen Straße entlang zu führen hat. Es soll wohl doppelt Spaß machen, unter einem Lärmteppich und unter ständiger Zufuhr von Autoabgasen einherzustrampeln und so die Umweltfreundlichkeit des Velozipeds zu demonstrieren. Aber gibt es nicht schon einen Fahrradweg entlang der B44 von Walldorf nach Mörfelden, hinter den Alleebäumen auf der Westseite?  Im Prinzip ja - aber mit dem hat es eine besondere Bewandtnis: Das ist nämlich gar kein Weg. Der ist im Laufe der Jahrzehnte einfach so entstanden und steht in keinem Verwaltungsplan. Das geht natürlich nicht! Es ist zwar mit juristischen Kniffen möglich, daß Großbetriebe hektarweise Bannwald fällen dürfen. Es ist auch möglich, eine Umgehungsstraße quer durch ein Trinkwasserschutzgebiet zu planen. Aber mit irgendeinem obrigkeitlichen Federstrich aus einem vorhandenen Nicht-Weg einen richtigen Weg zu machen? An dieser Herausforderung scheitert die Verwaltung. Aber warum auch einfach, wenn es kompliziert geht. Also baut sie auf der andern Straßenseite einen Super-Radweg, mehrere Meter breit, mit allen buntigen Schikanen, die die heutige Wegebaumode hergibt, hackt dafür ganz auf FraPort-Art den Wald um und asphaltiert Feld und Wiesen. Alles für den Umweltschutz durch Radfahren. Und wundert sich, wenn die Leute fragen, ob die Verantwortlichen ein Rad ab haben.
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unsere Partnerstädte
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30. April 2014 vor dem hessischen Landtag in Wiesbaden Man sagt, ein Schnäpschen, insofern Es kräftig ist, hat jeder gern. Ganz anders denkt das Volk der Bienen. Der Süffel ist verhaßt bei ihnen (Wilhelm Busch)
die online-Begleitung des “blickpunkt”, Zeitung der DKP für Mörfelden-Walldorf