Kapital & Arbeit
1. Mai und die SPD in Mörfelden- Walldorf Kommt Andrea Ypsilanti, oder kommt sie nicht? Und wenn ja, warum nicht? "Ypsilanti kommt!" – das wäre die Schlagzeile des diesjährigen 1. Mai in Mörfelden-Walldorf gewesen. Am 3. Juli 2013 hatte der DGB Ortsverband die schriftliche Zusage erhalten, dass Andrea Ypsilanti zur Maikundgebung in Mörfelden sprechen würde. Böse Zungen hatten aber von Anfang an geraunt, dass das wohl nichts werden würde, getreu dem alten Volkslied: "Heut geht die Lies' mit mir Zum Schützenfest. Ob sie aber über Oberammergau, Oder aber über Unterammergau Oder aber überhaupt net geht, Steht noch net fest". Denn: Seit ein paar Jahren macht die SPD in Mörfelden-Walldorf eine eigene Veranstaltung zum 1. Mai. Damit hat sie eine seit den ersten Nachkriegstagen in Mörfelden bestehende Tradition gemeinsamer Maiveranstaltungen unter dem Dach des DGB- Ortsverbandes aufgekündigt. Und jetzt - eine dermaßen prominente SPD-Frau als Mai-Rednerin beim DGB in Mörfelden- Walldorf? Bei einem DGB-Ortsverband, der "von Linken unterwandert" ist und vor drei Jahren einen der SPD angehörenden Vorsitzenden abgewählt hat? Und die SPD hat auf ihrem separatistischen Maifestchen womöglich weniger Besucher als der DGB-Ortsverband? Oder sie muß vielleicht ihre
Extrawurst aufgeben und ihre Mitglieder aufrufen, zur DGB-Veranstaltung zu gehen? Aber, aber - das geht natürlich nicht! Ob es wohl in der lokalen SPD-Spitze strategische Debatten gegeben hat? Schließlich ist der Vorsitzende Werner Schmidt als Arbeitnehmervertreter Mitglied im Aufsichtsrat der Fraport (und das nicht etwa als Mitglied der DGB-Gewerkschaft ver.di, sondern als Vertreter der "Komba"), und die SPD-Fraktion ist unter seinem Vorsitz extrem zurückhaltend bei der Zustimmung zu Resolutionen gegen die Erweiterung des Flughafens geworden. Und auch bei vielen anderen Abstimmungen fragt man sich, auf welcher Seite die SPD-Führung in Mörfelden- Walldorf eigentlich steht. Es wäre doch soooo schön - so mag dort gefeixt worden sein - wenn es heißen würde: "Der Mai ist gekommen, die Andrea Ypsilanti aber nicht". Man kann sich gut vorstellen, dass die Buschtrommel geschlagen wurde, der Flurfunk gerauscht hat, dass es bei der Landtagsfraktion geraunt und geraschelt haben muß, und aus Mörfelden-Walldorf so manches "aufklärende" Wort nach Wiesbaden geflüstert wurde, bis man dort irgendwann ein Einsehen hatte. Und dann konnte die Schmidt / Yazdani / Müller- Truppe aus lauter Dankbarkeit ein Liedchen von Theodor Storm anstimmen: "Geh schlafen, Herz! Sie kommt nicht mehr, Dereinst wohl wäre sie gekommen; Doch hat die Zeit, wie manches sonst, Auch dieses Euch dahingenommen". Mit einem spöttischen: "Wir hoffen, dass die Info für Sie jetzt nicht zu spät ist“ wurde der Auftritt von Andrea Ypsilanti am 04.03.14 von ihrer Referentin abgesagt, "weil sie rund um den 1. Mai eine schon lange geplante Kur antreten wird". Na also – geht doch! Ein Schuft, wer schlechtes dabei denkt.
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