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Wir stellen vor: Torre Pellice, Partnerstadt von Mörfelden-Walldorf seit 1999
Torre Pellice liegt etwa 50 Kilometer westlich von Turin im Tal des Pellice. Das Städtchen mit ca. 5.000 Einwohnern,hat eine bewegte Geschichte. Hochburg und Zentrum der Waldenser, hat es im Zweiten Weltkrieg tapfer dem Faschismus widerstanden. Die jüngste Städtepartnerschaft besteht mit der Gemeinde Torre Pellice in Italien. Im Jahre 1999, zum 300. Geburtstag des Stadtteils Walldorf, wurde die dritte Städtepartnerschaft eingegangen. Anlässlich einer Gedenkfeier im Jahr 2010 hat der Präsident der AMPI in Torre Pellici eine Rede gehalten, die es wert ist, gelesen zu werden. Denn sie erzählt uns viel über unsere gemeinsame Geschichte. Rede von Giulio Giordano, Vorsitzender des A.N.P.I.* am 24. April 2010 in Torre Pellice *) Associazione Nazionale Partigiani d'Italia / Nationale Organisation der Partisanen Italiens Im Namen der A.N.P.I. grüße ich alle Anwesenden, besonders den Bürgermeister von Mörfelden- Walldorf und seine Delegation, ein Gruß an die ehemaligen Deportierten und Internierten, die anwesend sind. Ich danke der Kommunalverwaltung dafür, dass es ihr Wille war, dass ein Vertreter des Widerstandes diese bedeutende Zeremonie eröffnet. Ich sage auch Dank dafür, dass der Gedenkstein in Chabriol zur Erinnerung an die sieben Erschossenen und derjenige für Sergio Diena, Jude, der erste Gefallene im Tal im Dezember 1943, wieder neu hergerichtet wurden. Die Kommunalverwaltung hat mit der Widmung dieser Gartenanlage an die "Märtyrer der Weißen Rose" große Weitsicht bewiesen, sie hat sich den Geist des Widerstandes zu Eigen gemacht, und nicht nur des italienischen. Für uns hat der Rio Cros eine besondere Bedeutung. Hier, am 3. Februar 1944, haben 14 Partisanen die faschistische Kolonne gestoppt, die aus 200 bis 250 Mann bestand. Der Kampf entsprang der Initiative und dem Mut eines Jugendlichen aus Torre Pellice, Vittone Alfieri. Er mochte es nicht, dass sein Name an die große Glocke gehängt wird. Damals noch nicht in der Truppe, warnte er die Partisanen des Sea, nahm an dem Gefecht teil, und kehrte zu seiner Arbeit in der Fabrik in Pinerolo zurück. Eine Partisanenaktion wie aus dem Lehrbuch. Ein Beispiel für die Zusammenarbeit zwischen den Partisanen und der Zivilbevölkerung. Es war hier am Rio Cros, wo der letzte Partisan im Tal sein Leben verlor, Jenny Cardon Peyronel - die Kurierin - ein menschliches Schutzschild. Das war am 26. April 1945.
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Ich möchte, Herr Bürgermeister von Mörfelden- Walldorf, ehrlich sein, und in keiner Weise diplomatisch. Ihre Anwesenheit hier hat einige Ratlosigkeit und Meinungsverschiedenheiten in unseren Reihen hervorgerufen. Es hatte aber ein Gutes - es hat das Nachdenken und die Überprüfung alter Standpunkte gefördert. Das Ergebnis ist, und es konnte auch nicht anders kommen, unsere Anwesenheit hier. Unsere Würdigung gilt all jenen, die wie die Märtyrer der Weißen Rose mit Mut und Tapferkeit den Nazismus und den Faschismus bekämpft und dabei ihr Leben geopfert haben. Wenn ich nicht irre, waren sie damals zwanzig Jahre alt, genau wie wir. Diejenigen, die sie hingerichtet haben, waren genau wie die, die uns gejagt haben, hier, in unseren Bergen. Von hier aus in Richtung Fluss, nur wenige Meter Luftlinie, sehen Sie einen bescheidenen Gedenkstein in Erinnerung an die zivilen Opfer, die durch die Repressalien der deutschen Nazisten und der italienischen Faschisten fielen, ich wiederhole: der italienischen Faschisten. Auf dem Gedenkstein sind folgende Worte eingemeißelt: "… nicht um des Hasses Willen, sondern zur Mahnung und zur Erinnerung. Errichtet von der Kommunalverwaltung und den Partisanen am 25. April 1985." Mir kommt ein Buch mit Partisanenerzählungen in den Sinn, geschrieben von Aurelio Verra, ein Partisan der "Giustizia e Libertá"-Verbände aus Cuneo, mit dem bezeichnenden Titel: "Der Hass zerstört nur die Steine", und mit einem sehr bezeichnenden Datum: "Drucklegung am 10. September 1946 im Druck- und Verlagshaus Boldrini - Cuneo”. Unsere Türen sind und waren niemals hermetisch verschlossen.
die online-Begleitung des “blickpunkt”, Zeitung der DKP für Mörfelden-Walldorf