Antifaschismus: Gegen Rassismus, Antisemitismus und jede Art von (Neo-)Faschismus
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Befreiung - was sonst? Unter diesem Motto steht das diesjährige Gedenken an den 70. Jahrestag der Befreiung Deutschlands vom Hitlerfaschismus durch die Streitkäfte der Anti-Hitler-Koalition. Die VVN - Bund der Antifaschisten hat eine umfangreiche Information erarbeitet, die hier zu sehen ist... Mörfelden wurde am 25. März 1945 durch die US-Army befreit. Einen Tag später standen die amerikanischen Panzer in Walldorf. Die DKP erinnert an diese Ereignisse am | Donnerstag, den 26. März um 14.00 Uhr auf dem Walldorfer Markt (am Rathaus) mit einem Informationsstand. | Samstag, 21. März 2015, 18.00 Uhr Gedenkveranstaltung am Kornsand (Gedenkstein)   Der ehemalige Pfarrer Walter Ullrich erinnert aus Anlass des Jahrestages an die Ermordung von sechs Niersteiner und Oppenheimer Bürgern am 21. März 1945 auf dem Kornsand. Die Gedenkrede hält der Landtagspräsident von Rheinland-Pfalz, Joachim Mertes Veranstalter: Arbeitskreis Kornsandverbrechen, Gemeinde Trebur und Geschichtsverein Nierstein mehr... | Freitag, 8. Mai 2015, ab 14.00 Uhr – Fest der Befreiung auf dem Frankfurter Römerberg!  mehr... Am 25. März 1945 rollten amerikanische Panzer in Mör- felden ein; am 26. März erreichten sie Walldorf. Beide Rathäuser waren zuvor – nach einem letzten Saufgelage – von den flüchtenden Nazis verwüstet worden. Zeitzeugen berichteten, dass auf der Gerauer Straße in Mörfelden und in der Farmstraße in Walldorf weiße Betttücher in den Fenstern wehten. Als Zeichen der Sehnsucht, dass dieser elende Krieg endlich enden solle, als Zeichen, wir wehren uns nicht gegen die alliierten Truppen. Eine späte Einsicht, jedoch besser als Schüsse aus dem Hinterhalt, mit welchen die Alliierten in vielen Orten blutige Bekanntschaft machen mussten, auf ihrem Vormarsch auf deutschem Gebiet… Unser Foto (links) aus dem Jahr 1945 zeigt Mario Bailo, Jahrgang 1912 (links) mit einem US- Soldaten vor einem Militärlaster in Walldorf. Mario Bailo und seine Frau Amalia waren Zwangsarbeiter in Walldorf, wo sie auf dem Holzhof Ludwig Coutandins in der „Adolf-Hitler-Allee 1“ (heute Jourdan-Allee) arbeiteten. Das Foto rechts zeigt us-amerikanische M24-Chaffee-Panzer der damals neuesten Bauart, erstmals 1944 eingesetzt, leicht, so dass es möglich war, mit ihnen Pontonbrücken zu überqueren, stark motorisiert mit Cadillac-Motoren, so dass sie schnell Gelände gewinnen konnten. Die US-Soldaten stehen auf dem heutigen Gutenbergplatz (damals Horst-Wessel-Platz), der Blick des Fotografen richtet sich auf den Bereich, auf dem heute donnerstags der Wochenmarkt stattfindet. Als am 26. März 1945 US-Truppen Walldorf befreiten, fand Mario Bailo einen Job bei der US-Army. Dass Mario diesen Tag als Befreiung erlebte, steht außer Frage. Ob die Mehrheit der Mörfelder und Walldorfer das auch so empfanden, wissen wir nicht. Ist auch egal, denn Tatsache ist, dass an jenen Tagen für sie die Schreckensherrschaft des Hitlerfaschismus endete. Das Radio konnte laut gestellt werden – Durchhalteparolen des Reichsfunks wurden von der Berichterstattung der Anti-Hitler-Koalition überdeckt; der Blockwart war untergetaucht, die Nazischergen erteilten keine Befehle mehr. Das Kornsand-Verbrechen Wie bedrohlich die Lage für die Bevölkerung war, zeigt ein Verbrechen, dass sich nur wenige Tage vorher nicht unweit unserer Stadt ereignet hatte. Am 21. März 1945, einem sonnigen Mittwoch, führte NS-Leutnant Kaiser eine Erschießung am Kornsand durch. Er ging allein zu den an den Gräbern stehenden sechs Gefangenen und tötete sie durch Genickschuss. Ihr „Verbrechen“: Sie gehörten zu einem Arbeitskommando, welches Schanzarbeiten am rechten Rheinufer durchführten. Sie waren als Gegner des Naziregimes einschlägig bekannt, saßen im Zuchthaus Darmstadt ein und nun den Nazischergen angesichts der anrollenden amerikanischen Panzer eine „Gefahrenquelle“. Russische Zwangsarbeiter mussten ihre Gräber zuschaufeln. Am gleichen Tag nahm die US-Army Oppenheim und Nierstein ein; vorher wurde am Kornsand die Fähre durch die Nazis gesprengt. Die Bewohner von Nierstein hissten auf dem Kirchturm die weiße Fahne. Am 23. März 1945 überquerten die amerikanischen Truppen bei Nierstein, Worms und Mainz den Rhein. Zeitzeugen berichteten uns, dass noch am 24. März die NS-Führung in Mörfelden einen Volkssturm aus Kindern und Alten zusammenstellen wollte, um Flakgeschütze in Langen in Stellung zu bringen. Die Kinder wurden versteckt, die Alten entgingen der Rekrutierung durch die heranrollenden Panzer der US-Army. KZ Walldorf Wenn wir heute an den 70. Jahrestag der Befreiung unserer Stadt vom Hitler-Faschismus gedenken, gedenken wir auch der Opfer der Nazis, die an unserer Gemarkungsgrenze unter brutalsten Bedingungen im Jahr 1944 im KZ Walldorf die Vorarbeiten für eine Rollbahn des Frankfurter Flughafens verrichten mussten. Wir sprechen von 1.700 jüdischen Ungarinnen. Etwa fünfzig der Frauen sind in der kurzen Zeit zwischen Juli und November 1944 umgekommen, an Hunger, Krankheit, durch Misshandlung und Erschießung. Im November 1994 wurden die Frauen in Viehwaggons ins KZ Ravensbrück verfrachtet. Als das Lager am 30. April 1945 durch die Rote Armee befreit wurde, lebten noch weniger als 300 der ungarischen Jüdinnen. Das KZ-Walldorf war ein Außenlager des KZ Natzweiler in Struthof im Elsass. Dieses Lager war das erste faschistische Konzentrationslager, welches von den westlichen Alliierten am 23. November 1944 befreit wurde. Befreiung Hessens binnen zweier Wochen Nur zwei Wochen benötigten die amerikanischen Truppen zur Befreiung der hessischen Gebiete. In der Nacht zum 23. März 1945 überquerte die 3. US- Armee unter General Patton bei Oppenheim den Rhein. Am 25. März stieß die erste US-Armee unter General Hodges vom Remagener Brückenkopf aus nach Osten vor. Noch am 24. März 1945 wollte der Frankfurter NS-Gauleiter Sprenger „aufgrund der Feinddrohung“ die Räumung Frankfurts und Groß-Geraus von der Zivilbevölkerung anordnen. Am 4. April 1945 wurde als letzte hessische Großstadt Kassel befreit. Die Lehren „Siebzig Jahre nach … Befreiung vom Faschismus durch die weltweite Anti-Hitler-Koalition erinnern wir an die drängenden Lehren der deutschen Geschichte. Von deutschem Boden muss Frieden ausgehen. Krieg darf nicht Mittel der Politik sein. Konflikte können und müssen friedlich gelöst werden, zumal in einer gefährlich hochgerüsteten Welt.“ So heißt es im diesjährigen Ostermarsch- Aufruf. Nehmen Sie teil am Ostermarsch, am Ostermontag, 6. April, 13.00 Uhr Römerberg, Frankfurt am Main.  Wir haben „kein Verständnis für antisemitische, antiislamische oder christenfeindliche Hetztiraden. Rassismus hat in unserer Stadt … keinen Platz.“ (Aus dem Aufruf des „Römerbergbündnisses“ gegen den Auftritt von Pegida in Frankfurt) Helfen Sie mit, dass Rassismus und Antisemitismus keinen Raum erhält; jeden Montag um 17.00 Uhr an der Frankfurter Hauptwache.
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