Antifaschismus: Gegen Rassismus, Antisemitismus und jede Art von (Neo-)Faschismus
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Welche Gedenkstätte? Zugegeben, größere Abhandlungen auf Wegweisern wiederzugeben ist nicht gut. Ein Verkehrsschild muss schnell erfasst werden. Die Verkehrsteilnehmer sollen dabei weder den Verkehr aufhalten noch von diesem abgelenkt werden. Sie sollten allerdings auch verstehen, um was es geht! “Rathaus”, “Schwimmbad”, “Friedhof”, da funktioniert das. Aber “Gedenkstätte”? Wessen wird gedacht? Es gibt aus unserer Sicht zwei Möglichkeiten, Klarheit zu schaffen: Entweder durch Hinzufügen von zwei Buchstaben, also “KZ-Gedenkstätte” oder durch eine Unterzeile, also “Gedenkstätte - KZ-Außenlager”. Uns ist’s egal, welche der beiden Varianten gewählt wird, aber Klarheit sollte herrschen. Wie wird dieser Vorschlag umgesetzt? Braucht’s einen Antrag in der Stadtverordnetenversammlung oder geht’s auf dem “kleinen Dienstweg”?
Strenge Strafen für kommunistische Wühlarbeit Verstrickung der Justiz in den deutschen Faschismus Eine Ausstellung zur Nazi-Justiz in Darmstadt zeigt den unrühmlichen Teil hessischer Rechtsgeschichte. Das zentrale Gericht Hessens für politische “Straftaten”, das ehemalige Oberlandesgericht Darmstadt, verzeichnete 113 Verfahren gegen 570 politisch Andersdenkende allein bis 1937,, mehr als 88 politische Urteile mit Strafen bis zu sieben Jahren Zuchthaus. Außerdem gab es Todesurteile: Willy Wellmann, der von 1943 bis 1945 als Oberlandesgerichtsrat mehrfach den Vorsitz des Sondergerichts Darmstadts innehatte, konnte sich noch an “etwa zwölf bis 15” Todesurteile erinnern. Dieser Darmstädter Wellmann, der als NSDAP-Mitglied ab 1933 eine steile Karriere machte, war, war beteiligt an Urteilen etwa gegen einen Gärtner, den er wegen Plünderung zum Tode verurteilte oder gegen einen Hilfsarbeiter, der sterben mußte, weil er zwei Diebstähle begangen habe. Wellmann durfte zwar nach 1945 keine öffentlichen Ämter bekleiden, er wurde jedoch lediglich als Mitläufer eingestuft. Das erlaubte ihm, sich nach 1949 als Rechtsanwalt niederzulassen. Die Kanzlei existiert noch heute... Die Ausstellung “Verstrickung der Justiz in das NS-System 1933 bis 1945” ist bis zum 11. Juli 2014 im Lichthof des Amtsgerichts Darmstadt, Mathildenplatz 12, zu sehen. Geöffnet: montags bis freitags von 7.30 bis 15.30 Uhr. mehr können Sie in der FAZ vom 24.4.2014, S. 37 lesen.
unsere Partnerstädte
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“Nun übertreiben Sie es ‘mal nicht!” mag die Eine oder der Andere bei dieser Überschrift ausrufen. Mörfelden-Walldorf, eine Stadt, in der das Zusammenleben funktioniert, Bürger aus fast 100 Nationen eine Heimat gefunden haben, eine Stadt, die seiner Vergangenheit gedenkt, sei es die Geschichte der Waldenser, die rote Geschichte Mörfeldens, die einen Gedenkstein für die jüdischen Opfer des Nationalsozialsmus hat und einen Gedenkstein, der an das KZ-Außenlager erinnert, eine Stadt, in der zwischen sechs und zehn Prozent der Wähler in steter Regelmäßgkeit Kommunisten ins Stadtparlament wählen, in dieser Stadt wird schließlich Toleranz und friedliches Miteinander gelebt! Oder?
Wir gedenken der 1.700 Frauen, die 1944 im KZ-Außenlager in Walldorf gefangen gehalten wurden Vom 22. August bis zum 24. November 1944 wurden 1.700 ungarische Jüdinnen im Alter zwischen 14 und 46 Jahren als Zwangsarbeiterinnen beim Ausbau des Frankfurter Flughafens eingesetzt. Im Frühsommer 1944 waren sie aus ungarischen Internierungslagern nach Auschwitz deportiert und dort für den Arbeitseinsatz selektiert worden. "Die Selektion entschied über Leben und Tod. Kam man bei der Selektion auf die andere Seite, so bedeutete das: Gaskammer. Aber auch wenn man zur Arbeit ausgemustert wurde, war es damit noch keineswegs gewiss, dass man gerettet war. Es hing viel davon ab, in welches Lager man kam." [Quelle : Miriam H., zitiert in:"Das Geheimnis der Erlösung heißt Erinnerung ...". Ein Begleitheft zum historischen Lehrpfad am ehemaligen KZ-Außenlager Walldorf. Hrsg. v. Magistrat der Stadt Mörfelden-Walldorf. Mörfelden-Walldorf 2000, S. 25)] Sie wurden zum Arbeitseinsatz am Flughafen Frankfurt eingeteilt. Die Sommerkleider, mit denen sie in Frankfurt ankamen, wurden während der gesamten Zeit nicht durch angemessene Bekleidung ersetzt. Aus diesem Anlass fand am Sonntag, den 23. November um 14 Uhr eine Gedenkfeier an der Ausgrabungsstelle des Küchenkellers statt. Im Darmstädter Echo können Sie diesen Artikel lesen... Alfred J. Arndt, einer der (Wieder-)Entdecker des KZ-Außenlagers erinnert sich an die Mühen, dieses finstere Kapitel Walldorfer Geschichte in den siebziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts ans Licht zu bringen...
die online-Begleitung des “blickpunkt”, Zeitung der DKP für Mörfelden-Walldorf