A. ätzt - Alfred J. Arndt muß mal Dampf ablassen
10. Januar 2017 | Missbrauch von Warnbaken Vor Löchern wird gewarnt In der Bahnhofstraße hatte die Stadt wochenlang ein grade mal 2 Pflastersteine kleines Loch mit einer rot-weißen Warnbake abgesperrt. Repariert wurde bislang aber nichts. In der Silvesternacht hatten dann krakeelende Zeitgenossen "bessere" Verwendung für die Bake: Sie zertrümmerten mit ihr das Schaufenster eines Antiquitätengeschäftes. Aufmerksame Nachbarn verhinderten weiteren Vandalismus oder gar Diebstahl. Der Schaden blieb auf 1.500 Euro für die Scheibe beschränkt. Nun vermissten Mitarbeiter der Stadt die Warnbake und fragten herum, wo sie denn wohl abgeblieben sei. "Na, die liegt in meinem Geschäft" konnte sie der Laden- inhaber aufklären. Das Loch in der Schaufensterscheibe ist längst repa- riert. Das Loch in der Straße ist immer noch da, aber- mals ordentlich mit Warnbake ausgeschildert. Die be- wacht jetzt wieder Löcher, anstatt Beihilfe zur Verur- sachung von Löchern zu leisten. So weit, so gut. Übrigens - das Strafgesetzbuch sieht im §74 StGB die sogenannte „Einziehung“ vor: "Ist eine vorsätzliche Straftat begangen worden, so können Gegenstände, die durch sie hervorgebracht oder zu ihrer Begehung oder Vorbereitung gebraucht worden oder bestimmt gewesen sind, eingezogen werden". Hoffen wir für die Stadt, dass kein schlecht gelaunter Ermittlungsrichter ihre sämtlichen Baken beschlag- nahmt, wenn sie weiter griffbereit in der Gegend herum- stehen, wo sich an den Baustellen eh nichts tut, Fuß- gänger sich ärgern, und Straftäter sich über die will- kommenen Gratis-Einbruchinstrumente freuen. 22. September 2016 | evangelische Missionierung Wortschöpfungen verdecken wahre Absicht Ein "Zentrum für interkulturelle Bildung " hat sie jetzt aufgemacht, unsere wackere evangelische Kirche in Mörfelden-Walldorf. Was passiert dort? weiter…   Kopftücher und anderer Schnickschnack 8. Juli 2016 Ich muß mich mal in der Kopftuchdebatte zu Wort melden. Als Urenkel einer Walldorfer Frau, die fast nie ohne Kopftuch unterwegs war () habe ich die Faxen dicke, dieses in vielen Ländern zu findende schöne Kleidungsstück zum Spielball einfallsloser und blödsinniger Gesetze zu machen. weiter… Ein Bubenstück oder: Die SPD und die Wahrheit 19. April 2016 Folgende Sätze las man in einer Presseerklärung der SPD: "Eine rot-grüne Koalition unter Mitwirkung der DKP/LL wurde u. a. deshalb ausgeschlossen, da diese Konstellation den Wählerwillen konterkarieren würde". "Hier wird weiterhin jedes Angebot zu einer konstruktiven Zusammenarbeit aus opportunistischen Beweggründen ausgeschlagen". Diese Behauptungen sind falsch. Zum ersten würde eine Koalition der SPD und Grünen unter Mitwirkung der DKP/LL nicht den Wählerwillen konterkarieren. Sie hätte eine Mehrheit – hauchdünn zwar – aber immerhin eine Mehrheit. Zum zweiten wäre diese Mehrheit von einem Wählerreservoir getragen, das mehr oder weniger für das gleiche Spektrum von Grundwerten steht. Eine "Konterkarierung des Wählerwillens" ist hier nicht zu sehen, denn es gibt unter den DKP/LL-Wählern nicht wenige, die sich eine solche Koalition wünschen. Die DKP/LL hatte in einem Vorgespräch mit der SPD signalisiert, dass es geringe Aussichten gäbe, diese Koalition zu verwirklichen, weil ihr viele Punkte  entgegenstünden, auf denen die SPD beharrt (wie z.B. die Beibehaltung der Haushaltspolitik). Ausgeschlossen wurde sie aber nicht. Nach dem Sondierungsgespräch SPD- DKP/LL am 30. März ging man mit zwei  Vereinbarungen auseinander: (1) dass dieses Gespräch als Vorgespräch zu betrachten sei, dem zumindest ein weiteres folgen werde, und (2) dass vorerst gegenüber der Presse Vertraulichkeit gewahrt werden solle. Die Presseerklärung der SPD mit diesen Behauptungen stellt einen Bruch dieser  Vereinbarungen dar. Jetzt setzt die SPD noch einen drauf. Sie sorgte zur Stadtverordnetenversammlung am 26. April für einen Antrag zur Änderung der städtischen Hauptsatzung, der eine Verringerung der ehrenamtlichen Magistrats- mitglieder von 11 auf 10 vorsieht. Dieser Vorgang ginge einzig und allein zu Lasten der DKP/LL. Sie erhielte damit nur einen Magistratssitz anstatt zwei, wie es dem Wahlergebnis vom 6. März (und damit dem Wählerwillen) entspräche. Das kann nur als feindseliger Akt der SPD gegenüber den Wählern der DKP/LL gewertet werden. Wenn dieses Bubenstück der Auftakt zu der von SPD und FW beschworenen "sachdienlicheren Diskussions- und Arbeitskultur" sein soll – dann Gute Nacht. Die Stadt, der Müll und der Profit 15. Oktober 2015 Ein "genialer" Schachzug der Stadtverwaltung: Viele Bürger werden aufgefordert, größere Restmülltonnen (natürlich gebührenpflichtig) anzuschaffen, obwohl sie mit den jetzigen Tonnen bestens auskommen. Auf der einen Seite ruft die Stadt zur Müllvermeidung auf, auf der anderen Seite bestraft sie Menschen dafür, das ihnen das gelingt. Eine seltsame Logik. Aber kein Wunder bei unserer merkwürdigen Müllsatzung, die sich schon im ersten Teil selbst widerspricht. Dort steht (auch noch mit Grammatikfehler) im §1 Abs. 4:  "Ziel ist es, gemeinsam mit den Bürgerinnen und Bürger (Fehler – es muss "Bürgern" heißen) der Stadt Mörfelden-Walldorf, Abfälle umweltschonend zu entsorgen und dabei eine hohe Abfallmenge der Verwertung zuzuführen." Und dann: "Die Einwohner der Stadt Mörfelden- Walldorf, die Einrichtungen der städtischen Abfall- wirtschaft benutzen, müssen die Mengen der Abfälle so gering halten, wie es den Umständen nach möglich und zumutbar ist." Ja, was jetzt? Hohe Menge? Oder so gering wie möglich? Nun ja, man kann vermuten, dass die Stadt unter dem Druck der großen Entsorgungsunternehmen steht, möglichst viel gewinnbringenden "Wertstoff Müll" abzu- liefern, damit diese ihre mit halber Kraft fahrenden Anlagen auslasten können. Aber hier lohnt ein Blick in das Kreislaufwirtschafts- gesetz. Dort steht in § 6 Abs. 1: "Maßnahmen der Vermeidung und der Abfallbewirtschaftung stehen in folgender Rangfolge: 1. Vermeidung, 2. Vorbereitung zur Wiederverwendung, 3. Recycling, 4. sonstige Verwertung, insbesondere energetische Verwertung und Verfüllung, 5. Beseitigung". Das heißt, die Bürger halten sich an das Gesetz, in dem sie vorrangig und erfolgreich Müll vermeiden und mit geringer Tonnengröße auskommen. Die Stadt aber nötigt ihnen mehr und größere Mülltonnen auf und er- muntert sie dadurch, mehr Müll zu produzieren. Das ist nicht nur ein Verstoß gegen die erklärte Umweltpolitik der Rathauskoalition, sondern ein Verstoß gegen das Gesetz. Es steht zu hoffen, dass sich die Betroffenen das nicht gefallen lassen. Es gibt schließlich Verwaltungsgerichte. Orden sind mir wurscht, aber haben will ich sie (Brahms) 5. August 2015 Kurt Best (SPD) hat also jetzt das Bundesverdienst- kreuz gekriegt, und Werner Schmidt (SPD) das Verdienstkreuz am Bande. Wir ondulieren auch recht schön. Aber wofür sind die Medaillen? Nun, die beiden haben 35 bzw. 30 Jahre auf den - mehr oder weniger - gleichen Amtsstühlchen zugebracht. Schon Bismarck bemerkte: "Orden werden verdient, erdient, erdienert oder erdiniert." Eine Sorte hat er weggelassen, weil sie sich nicht so schön reimt: Orden werden auch ersessen. Während der "Rote Baron" von Richthofen im ersten Weltkrieg noch 30 feindliche Jagdflieger abschießen musste (jeweils vor dem Frühstück), um sich seinen "Pour le Mérite" zu ergattern, genügt es heute, 30 Jahre lang auf demselben Sessel sitzen zu bleiben, um an ein Bundesverdienstkreuz zu kommen. In allem sieht man den Fortschritt. Sozialdemokrat Helmut Schmidt hatte seinen Verdienstorden abgelehnt. Aber der ist ja auch Hanseat. Kein Vorbild für die Hessische Provinz. Urhahn beleidigt Kommunisten, A.J. Arndt droht mit Klage 21. Juni 2015 In der Stadtverordnetenversammlung  am 16. Juni 2015 behauptete der Erste Stadtrat F.-R. Urhahn, "daß Streiks in diesem Land von Nationalsozialisten und Kommunisten verboten wurden." Gegen diese Gleichstellung von Nazis und Kommunisten und gegen die Lüge, Kommunisten hätten Streiks verboten, wehrt sich Alfred J. Arndt. Er besteht auf eine öffentliche Rücknahme dieser Äußerung und einer Entschul-digung gegenüber den Kommunisten dieses Landes. Arndt schreibt an Urhahn: Sehr geehrter Herr Urhahn,  Sie führten in Ihrer Rede in der Stadtverordnetenversammlung von Mörfelden-Walldorf am 16. Juni 2015 aus, "daß Streiks in diesem Land von Nationalsozialisten und Kommunisten verboten wurden."  Ich verbitte mir, als Kommunist und Unterstützer der Gewerkschaftsbewegung mit Faschisten in einem Atemzug genannt und in ihre Nähe gerückt zu werden. Diese ungeheuerliche Behauptung ist umso unverständlicher, als der Fraktionsvorsitzende der DKP/LL in seiner Rede kurz zuvor die unbedingte Befürwortung des Streiks der Erzieherinnen deutlich zum Ausdruck gebracht hat - für alle diejenigen, die die Programmatik der Kommunistischen Partei nicht kennen oder nicht kennen wollen.  Diese provokative Gleichsetzung der Faschisten mit ihren vehementesten politischen Gegnern (siehe Stele am alten Rathaus) ist eine unfaßliche Beleidigung aller Kommunisten, insbesondere der Mitglieder der DKP.  Ich erwarte von Ihnen, dass Sie diesen Satz zeitnah und öffentlich zurücknehmen und sich bei den Kommunisten dieses Landes entschuldigen. Ansonsten werde ich Beleidigungsklage einreichen. Alfred J. Arndt "Grüne" Landwirtschaft in Mörfelden 1. Juni 2015 Am Bornbruch wird ein Kartoffelacker intensiv beregnet. Das Wasser kommt von einem 200 m entfernten Brunnen, und schon auf dem Weg gibt es erhebliche Verluste – stundenlang sprudelt eine Fontäne aus einem Leck in der Leitung, das Wasser verpladdert nutzlos im Erdreich. Können die Landwirte denn so ohne weiteres Grundwasser anzapfen und dazu noch derart verschwenderisch damit umgehen? Dazu der grüne Stadtrat Winkler: "Das ist eben so. Die Landwirtschaft darf alles".  Noch aufschlussreicher ist die Auffassung des Ersten Stadtrates Urhahn (Grüne): "Das Wasser geht ja nicht verloren, es versickert ja wieder". "Aber dabei nimmt es die ganzen Chemikalien mit, die der Landwirt auf die Kartoffeln gespritzt hat". "Tja, wie willst Du sonst die ganze Bevölkerung ernähren?"  Ja, großartig! Dazu braucht man keine Grünen, solche Sprüche kann man sich auch direkt bei Monsanto, Nestlé und anderen Genfraß-Predigern abholen. Die Kartoffeln haben auch schon ihre Bestimmung: Fritten und Kartoffelchips für CHIO. Von Anrainern hört man: "CHIO kommt oft zur Kontrolle vorbei. Die etwas rötlichen Kartoffeln sind für Chips, die helleren für Fritten". So also geht ökologischer Landbau in einer von Grünen maßgeblich mitregierten Stadt.   „Die fahren das Altenhilfezentrum an die Wand“ 19. Januar 2015 So hört man aus dem Rathaus. Was ist gemeint? Die Johanna-Kirchner-Stiftung, eine Einrichtung der Arbeiterwohlfahrt (AWO) betreibt seit dem Bestehen das Altenhilfezentrum in Mörfelden. Dieses Seniorenwohn- und Pflegeheim wurde mit maßgeblicher finanzieller Unterstützung der Stadt Mörfelden-Walldorf und auf Betreiben auch der DKP 1991 errichtet. Die großen Sprüche der Stiftung haben wir noch im Ohr. „Es wird zunehmend wichtig, dass Menschen nicht nur ‚gefühlte‘ Möglichkeiten der Partizipation angeboten bekommen. Die Erfahrung, dass eigenes Engagement für gemeinsame Interessen Erfolge zeitigen kann und dass sich Politik für die Meinungen und Probleme der Menschen auch jenseits von Wahlterminen interessiert, ist für die Gewinnung engagierter ‚MetropolistInnen‘ essentiell.“ (Geschäftsführer Dr. Jürgen G. Richter, 2010). Ein unverbindlicher, inhaltsleerer Schwall. Aber jetzt kommt der Klartext: Die Johanna-Kirchner-Stiftung will aus dem Betreibervertrag, der bis 2019 läuft, vorzeitig aussteigen. Sie begründet das damit, dass sie ihre Aktivitäten auf die Einrichtungen in Frankfurt am Main beschränken wolle. Auf Deutsch: Aus dem Haus ist nicht so viel Kohle herauszuholen, wie man erwartet hatte. Und das, nachdem die Stadt Mörfelden-Walldorf trotz klammer Haushaltslage gerade erst einen sechsstelligen Betrag in das Haus investiert hatte. Nun kann man ja so oder so aus einem laufenden Vertrag aussteigen. Die der Sozialdemokratie nahestehende AWO hat den Weg des eiskalten Turbokapitalismus gewählt. Sie setzt der Stadt Mörfelden-Walldorf die Pistole auf die Brust: „Es ist Euer Problem, einen Nachfolger zu finden. Wenn Ihr uns nicht vorzeitig aus dem Vertrag herauslasst, fahren wir den Laden eben an die Wand. Vorzeitig aufgeben werden wir das Haus so oder so.“ Die Namensgeberin, die sozialdemokratische Widerstandskämpferin Johanna Kirchner, würde sich im Grab umdrehen, wenn sie wüsste, dass ihre „Genossen“ hier agieren wie ein texanischer „Heuschreckenschwarm“. Über diese Spielart des Kapitalismus schrieb der Sozialdemokrat Franz Müntefering 2004: „Wir müssen denjenigen Unternehmern, die die Zukunftsfähigkeit ihrer Unternehmen und die Interessen ihrer Arbeitnehmer im Blick haben, helfen gegen die verantwortungslosen Heuschreckenschwärme, die im Vierteljahrestakt Erfolg messen, Substanz absaugen und Unternehmen kaputtgehen lassen, wenn sie sie abgefressen haben. Kapitalismus ist keine Sache aus dem Museum, sondern brandaktuell“. Gut gesprochen. Und so holt die Johanna-Kirchner-Stiftung ihre Methoden aus dem Gruselkabinett des Neoliberalismus Seit etwa einem halben Jahr hat sie die Leistung der Kurzzeitpflege „vorübergehend“ eingestellt. Sie scheint auch keine Anstrengungen zu unternehmen, diese Leistung je wieder anbieten zu wollen. Ein Unding für
einen Betreiber eines Seniorenheims. Von Beschäftigten und Angehörigen hört man, dass freiwerdende Stellen nicht mehr besetzt werden. Es gibt praktisch einen Aufnahmestopp für neue Bewohner. Personalmangel macht sich breit, oft ist kein einziger kompetenter Ansprechpartner im Haus zu finden. Passanten berichteten schon über Hilferufe von Bewohnern aus Fenstern der Einrichtung. Ohne das Engagement einer Vielzahl ehrenamtlicher Helfer wäre der Betrieb schon längst zusammengebrochen. Unter den Helfern macht sich Unmut breit: Viele spüren, dass ihre Hilfsbereitschaft ausgenutzt wird, um an bezahltem Personal zu sparen. Von Kirchner zur Kirche – auch eine Möglichkeit. Als bisher einziger Kandidat für die Nachfolge der fahnenflüchtigen AWO ist die „Arche Noris“ im Gespräch, eine Einrichtung der bayerischen Diakonie. Die Verhandlungen ziehen sich aber in die Länge. Wie man hört, will die AWO sich möglichst billig aus dem Vertrag schleichen, es geht um Zusatzversorgung der verbliebenen Mitarbeiter, und man hat so den Eindruck, dass sich die beiden darum streiten, wie man die Mitarbeiter am elegantesten übervorteilt und schlecht bezahlt. Die Stadt steht, wie der Volksmund sagt, dabei wie das Kind beim Dreck. Die Rathauskoalition wurschtelt und windet sich konzeptlos um das Problem herum, besonders der SPD ist es natürlich saumäßig unwohl angesichts der brutalkapitalistischen Methoden dieser ihr nahestehenden Stiftung. Dabei hätte sie die Möglichkeit, einfach mal zu prüfen, ob und wie weit die AWO mit ihrem Verhalten gegen den geltenden Betreibervertrag verstößt, und ob womöglich Strafgelder oder Schadenersatz im Raum stehen. Man wird sicher fündig werden. Vielleicht versteht die AWO ja diese Sprache, wenn sie schon ihre eigenen Werte über Bord wirft und ihre Schutzbefohlenen und Mitarbeiter dermaßen im Regen stehen lässt. Zensur im Freitags-Anzeiger? 13. November 2014 Gibt es heute noch eine spanische Inquisition? Eine kirchliche Zensur?  Natürlich nicht. Die ist auch gar nicht nötig: Redakteure von Zeitungen wissen auch von alleine, was sie veröffentlichen dürfen und was nicht. Der Freitagsanzeiger brachte am 13.11.2014 einen Leserbrief von Alfred J. Arndt, der sich recht nett liest. Das Geheimnis: Das wirklich wichtige, die Kritik an der Kirche, wurde herausgekürzt. Für alle, die sich dafür interessieren, was man in diesem Land öffentlich gegen die Kirche sagen darf, und was nicht, ist hier die komplette Originalfassung: "Soll sich die Kirche einmischen?“, wollte Pfarrer Mühl bei einem Stadtgottesdienst am Reformationstag wissen. Laut Bericht des Freitagsanzeigers sprachen bei dieser Veranstaltung "Kommunalpolitiker der im Mörfelden- Walldorfer Stadtparlament vertretenen Parteien" über die Bedeutung des Glaubens für ihre Arbeit. Das sollte wohl den Eindruck erwecken, dass hier die Fraktionen ihre Sprecher in den Gottesdienst entsandt hatten. Das war aber keineswegs so. Die Fraktionen wurden nicht eingeladen, einen Vertreter zu entsenden, sondern die evangelische Kirche schrieb ausgewählte Kommunalpolitiker an, die auf ihren Kirchensteuerlisten standen. Ob diese die Meinung ihrer jeweiligen Fraktion vertraten, sei dahingestellt. Ich möchte jedenfalls erhebliche Zweifel anmelden, zumindest, was linke Politiker betrifft. Die Kirchen, lieber Herr Pfarrer Mühl, haben sich oft in die Politik eingemischt, und meistens ging das schlecht aus. Hier beginnt nun die Passage, die der FreitagsAnzeiger gestrichen hat, wahrscheinlich aus Platzmangel: Ich möchte hier gar nicht die mittelalterliche Anmaßung der kirchlichen Allmacht anführen, die Einsetzung von Kaisern und Gegenkaisern, und die Scheiterhaufen für ihre Gegner. Auch die jüngste Vergangenheit bietet genügend Beispiele dafür, was die Kirche so alles anstellt, wenn sie sich "einmischt". Das beginnt bei Reichsbischof Müller, der mit dem Hitlergruß in die Kirche stapfte, und geht über die Anzettelung und Anheizung der Bürgerkriege in Nordirland und in Jugoslawien bis hin zur aktiven Beteiligung von Bischöfen und Nonnen am Völkermord in Ruanda. Es gibt auch ein Foto aus dem Mörfelder Volkshaus zur Nazi-Zeit. Darauf ist ein Pfarrer zu sehen, der im SA-Braunhemd eine Erntedankpredigt hält. Die komplette Liste würde nicht nur den Rahmen dieses Leserbriefes, sondern des gesamten Freitagsanzeigers sprengen. (Ab hier wird der Leserbrief wieder abgedruckt.) Herrn Pfarrer Mühl sei dringend angeraten, den historischen Kompromiß zu beherzigen, der in Matthäus 22:21 skizziert ist: "So gebet dem Kaiser, was des Kaisers ist, und Gott, was Gottes ist". Mit anderen Worten: Seid bitte so nett und beherzigt die Trennung von Kirche und Staat und unterlasst jede Einmischung in weltliche Angelegenheiten.” Die AWO geht stiften 3. Oktober 2014 Handläufe sind ja bekanntlich Mangelware in unserer Stadt. Das historische schmiedeeiserne Geländer der Mörfelder Bahnhofstreppe z. B. kam bei der Renovierung des „Bahnhofsumfeldes" spurlos abhanden. Es musste für teuer Geld durch einen modernen, wahrscheinlich weniger lange haltbaren Handlauf ersetzt werden. An einer anderen Stelle am Bahnhof dauerte es über ein Jahr, bis eine gefährliche Stelle durch Anbringung eines Geländers gesichert werden konnte. Auch an Walldorfer Bahnbrücken sieht's geländermäßig gar nicht gut aus. Also hat jetzt die Arbeiterwohlfahrt (AWO) ein Geländer für das Bürgerhaus gestiftet, um eine Treppe seniorenfreundlicher zu gestalten. Die AWO? Genau, das ist der gleiche Verein, dem die Johanna Kirchner Stiftung gehört. Die ist gerade dabei, sich aus dem Vertrag für den Betrieb des Altenhilfezentrums herauszuwinden und die Senioren sitzen zu lassen, weil das Zentrum angeblich Miese macht. Den Betrieb hat man schon bis an die unterste Grenze heruntergefahren (was würde die namensgebende Widerstandskämpferin Johanna Kirchner wohl dazu sagen?). Nun gut, das Geld für den Handlauf kommt jetzt nicht direkt von der AWO, sondern stammt aus Trauerspenden für einen verstorbenen SPD/AWO-Promi. Aber immerhin reicht das noch für eine Schlagzeile und ein werbewirksames Foto in der Presse, mit Witwe und Bürgermeister, bevor sich die AWO-eigene Stiftung aus Mörfelden verabschiedet. Irgendwie kommt einem der Dreh bekannt vor: Der Turnschlappenhersteller NIKE hatte sich vor ein paar Jahren aus dem Mörfelder Industriegebiet verabschiedet und die Stadt um fest eingeplante Gewerbesteuereinnahmen gebracht. Vorher stiftete die Firma aber noch ganz viele Schildchen mit ihrem Logo. Die kennzeichnen im Mörfelder Wald einen Jogging-Pfad und sorgten für ein prima Medien- Echo. Dieses Vorgehen scheint also Schule zu machen: Erst was stiften, dann abhauen. Vielleicht nennt man den Vorgang deswegen auch "stiften gehen". Stühle auf den Tisch – die Wirtschaft wird gefegt. Oder: Wie man sich auf Kosten alter Menschen aus einem Vertrag herauswindet 28. Juli 2014 Man kennt das: Wenn der Wirt keine Lust mehr hat und die Stammgäste nicht gehen wollen, dann beginnt er, die Stühle auf den Tisch zu stellen und die Wirtschaft zu fegen. Wenn's ungemütlich wird, werden sie schon abhauen. Ganz ähnlich läuft das mit dem Altenhilfe- und Pflegezentrum der Stadt Mörfelden-Walldorf. Der Betreiber (AWO / Johanna Kirchner Stiftung) macht wohl nicht mehr genug Kohle, hat keine Lust mehr, und will vorzeitig Schluß machen. Es ist aber noch lange keine Polizeistunde - der Vertrag läuft noch bis 2020. Was also tun? Man macht es wie der genervte Wirt: Stühle auf den Tisch und gähnend kehren. Der erste Stuhl, der auf den Tisch gestellt wird, ist die Tagespflege. Die wird "vorübergehend" eingestellt – wegen Personalmangel. Ob sie je wieder aufgenommen wird, steht in Sternen. Man weiß ja aus Erfahrung, wie lange Dinge dauern können, die als "vorübergehend" angekündigt wurden. Zum Beispiel die Sektsteuer - seit 1902. Welcher Stuhl wird als nächster auf den Tisch gestellt? Die Besucher, oder: Wie einmal ein klein bisschen Volk bei seiner Vertretung vorbeischaute Montag, 21. Juli 2014 Bei der letzten Stadtverordnetenversammlung am 15. Juli saßen bei Sitzungsbeginn 18 Gäste auf den Besucherstühlen- so viele wie lange nicht mehr. Stadtverordnetenvorsteher Werner Schmidt konnte sich wohl denken, warum die meisten gekommen waren: Wegen der Erhöhung der Grundsteuer B und der Erhöhung der KiTa- Gebühren. Er war deshalb ganz von der Rolle und verbrachte die ersten 10 Minuten der Sitzung nur damit, die Anwesenden zu belehren, was das Volk in seiner Vertretung so alles nicht dürfe, nämlich Alkohol trinken, rauchen, Unmutsäußerungen von sich geben (fällt darunter auch schon aufstöhnendes Durchatmen?), womöglich Infos verteilen oder gar Transparente hochhalten, und was derlei Ungezogenheiten mehr sind. Mir kamen die Zeilen von Heinrich Heine aus dem "Wintermärchen" in den Sinn: (Er) sang das alte Entsagungslied, Das Eiapopeia vom Himmel, Womit man einlullt, wenn es greint, Das Volk, den großen Lümmel. Ich kenne die Weise, ich kenne den Text, Ich kenn auch die Herren Verfasser; Ich weiß, sie tranken heimlich Wein Und predigten öffentlich Wasser. Als erstes beschlossen die Volksvertreter dann, Vertreter des Volkes nicht zu Wort kommen zu lassen und verwehrten dem StadtKiTaBeirat die Verlesung einer Stellungnahme. Was da so brandgefährliches drin gestanden haben mag? (Nachzulesen ist die Stellungnahme hier) Man hatte den Eindruck, dass es dem Stadtverordnetenvorsteher irgendwie nicht in den Kram passt, wenn die Grundrechte, die am Hindukusch für teuer Geld so vehement verteidigt werden, auch zu Hause mal von ein paar Leuten in Anspruch genommen werden. Und seine SPD-Fraktion, gemeinsam mit der der GRÜNEN, half dem Stadtverordnetenvorsteher flugs aus seiner offensichtlichen Not. Sie beschlossen, gegen die Stimmen von DKP/LL u.a., den Elternvertretern ein Rederecht zu verwehren, obwohl die HGO und die Geschäftsordnung ausdrücklich die Möglichkeit dazu vorsehen. Unser Tipp: Sie sollten sich lieber an die Anwesenheit von Besuchern gewöhnen. Die kommen vielleicht öfter. Phantom Notarztzentrale 6. Juni 2014 Dem Vater grauset's, er reitet geschwind, er hält in den Armen das ächzende Kind, erreicht den Hof mit Mühe und Not…… …aber äätsch - da ist gar  nichts!  An dem Gebäude Schubertstraße 37 hängt zwar noch die große Leuchtreklame "Ärztliche Notdienstzentrale", aber die gibt es seit dem 30. September 2013 gar nicht mehr. Es gibt nur noch geschlossene Rollläden. Obwohl die Stadt einer dringenden “Bitte” der Kassenärztlichen Vereinigung ("Erpressung" darf man aus juristischen Gründen nicht sagen)  nachgekommen war und seit 2009 jährlich € 60,000 zugeschossen hatte, wurde die Zentrale gnadenlos dichtgemacht. Wo das viele Geld hingekommen ist, weiß keiner so genau – der Stadt Mörfelden-Walldorf lag nie so etwas wie eine Abrechnung vor. Für das Abschrauben des Schildes hat es jedenfalls schon nicht mehr gereicht. Wer jetzt einen Notfall hat, der muß zum Krankenhaus in Langen. Pardon, das heißt ja seit 2002 hochtrabend "Asklepios-Klinik". Damals war immerhin Geld genug da, um dort alte Schilder ab- und neue Schilder dranzuschrauben. Dabei hatte der Vater noch schnell gegoogelt, bevor er losgeritten war. Im Internet  findet sich nämlich immer noch der Eintrag "Notdienstzentrale", mit Adresse und sogar mit Karte. Das Netz vergisst halt nichts, das weiß auch die NSA. Aber was hilft's? Der Vater muß schnellstens weiter. Bei Nacht und Wind nach Langen. Er hat den Knaben wohl in dem Arm, er fasst ihn sicher, er hält ihn warm…. Na dann -  viel Glück! Offebächer Am 21. Mai 2014 im Sozial-Ausschuß Sebastian Lemke, der neue Leiter des Integrationsbüros, berichtete, dass ein Schwimmprojekt für Migrantinnen eingestellt worden sei, unter anderem deshalb, weil die Teilnehmerinnen "aus anderen Orten, darunter aus dem Kreis Offenbach" gekommen seien. Ja, sowas! Schon Methusalix, der stockschwingende Uralt-Gallier aus Asterix, klagte: "Ich habe nichts gegen Fremde. Einige meiner besten Freunde sind Fremde. Aber diese Fremden sind nicht von hier!!" Und dann auch noch aus Offenbach. Geht gar nicht. Parkgebühren durch die Hintertür? 27. Mai 2014, Stadtverordnetenversammlung, Tagesordnungspunkt 10 SPD und Grüne haben entdeckt, dass auf Parklätzen am Walldorfer Bahnhof Autos stehen, die kein "GG" auf dem Nummernschild haben und womöglich sogar länger als einen Tag stehen. Teufel auch. Flugs haben sie einen Antrag geschrieben: "Der Magistrat wird gebeten, zu prüfen und zu berichten, mit welchen Maßnahmen und Mitteln sichergestellt werden kann, dass die P+R-Parkplätze rund um den Bahnhof Walldorf nicht für Dauerparker zugänglich sind bzw. von diesen blockiert werden. (...) Bis zum Abschluss der gesamten Baumaßnahme rund um den Walldorfer Bahnhofsplatz halten wir es für absolut sinnvoll und zwingend notwendig hierzu eine klar zu praktizierende Regelung zu schaffen". Vorschlag: Man kann ja an den Ortseingängen Schilder aufstellen mit der Aufschrift "Fremdparker unerwünscht!". (Ähnliches gab's ja schon mal….). Allerdings sollte man vorher bei dem mittlerweile 7. Stelleninhaber der "Wirtschaftsförderung" und bei den Machern des neuen "Einkaufsführers" anfragen, ob eine solche Maßnahme nicht als image-schädigend empfunden werden könnte. Oder ist diese harmlos daherkommende Anfrage nur das Vorspiel zur Einführung von Parkgebühren am Bahnhof Walldorf (und später auch anderswo)? "Stau is nur hinne bleed. Vorne geht's." 3. April 2013 Diese Weisheit von Bodo Bach beschreibt anschaulich, was Ärztemangel für Kassenpatienten bedeutet. Und warum das keinen interessiert, der als Privatversicherter am Stau vorbei nach vorne gehen kann, wenn er einen Arzttermin braucht. Die hanebüchenen Zustände sind für die Stadtverordneten- versammlung aber kein Grund zum Handeln. Ein Antrag der DKP/LL, man möge nachprüfen, was man auf Gemeindebene dagegen tun kann, wurde mit allen anderen Stimmen abgeschmettert. "Die schwächsten Kritiker der Elche sind wahrscheinlich selber welche" könnte man mit einem abgewandelten Gedicht von Robert Gernhardt vermuten. Denn man wurde den Eindruck nicht los, dass viele Stadtverordnete privat versichert sind und gar nicht verstanden, um was es ging. Natürlich kann die Stadt Mörfelden-Walldorf allein das verkorkste Gesundheitssystem dieses Landes nicht retten – das verlangt auch keiner. Aber sie kann alle ihre Möglichkeiten in die Waagschale werfen, um den Kassenpatienten unter ihren Bürgern (und das dürfte noch immer die Mehrheit sein) zu helfen und die Folgen der Zwei- Klassen-Medizin abzumildern. Das Weltklima versucht sie ja auch zu retten, und das ist bestimmt schwieriger, als sich zu überlegen, was man für die Ansiedlung von neuen Kassenärzten tun kann. Wie eine Gemeinde ihren benachteiligten Einwohnern beistehen kann, wenn sie ihre Möglichkeiten voll ausschöpft, steht im Stadtarchiv. Es lohnt sich zu lesen, wie Bürgermeister Georg Zwilling 1931-1932 tatkräftig versuchte, die Folgen der Wirtschaftskrise für die fast 40% Erwerbslosen der Gemeinde zu lindern. Mörfelden war damals im ganzen Land als Vorbild berühmt. Denn der "Zwillings-Schorsch" ließ sich nicht beirren, bis die Hessische Landesregierung keinen anderen Weg mehr sah, als ihn zwangsweise abzusetzen. Er wäre ein Vorbild für heutige Bürgermeister, denen schon beim ersten "blauen Brief" aus Wiesbaden das Herz in die Hosen rutscht. An Bürgermeister Zwilling erinnern heute natürlich keine Straßen, keine Sporthallen und keine Gedenktafeln. Warum auch? Er war Kommunist.  
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